Konzeption Kindergarten St. Josef

Leitbild

„Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; so wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben“
Johann Wolfgang von Goethe

Im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns stehen die uns anvertrauten Kinder. Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit wertgeschätzt und individuell angenommen. Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Kinder sich frei entfalten und ihre Kreativität entwickeln können.

Die Kinder gestalten ihren Alltag aktiv mit. Dabei stehen Spiel, Lebensfreude und die Freude an Bewegung im Vordergrund. Partizipation – die aktive Beteiligung der Kinder an Entscheidungen – ist ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und Ausdruck unseres respektvollen Umgangs mit kindlicher Autonomie.

Als katholische Einrichtung leben wir den christlichen Glauben im Alltag und orientieren unseren Tages- und Jahresrhythmus am Kirchenjahr. Gleichzeitig begegnen wir allen Menschen mit Offenheit und Respekt – unabhängig von Religion, Herkunft oder individuellen Voraussetzungen. Vielfalt wird bei uns als Bereicherung erlebt.

Unsere Arbeit basiert auf dem Niedersächsischen Bildungs- und Orientierungsplan. Wir achten die Persönlichkeit jedes Kindes, erkennen seine Kompetenzen und fördern es entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale.

Eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern ist für uns von zentraler Bedeutung. Wir legen großen Wert auf einen offenen, wertschätzenden Dialog, der die Grundlage für eine gelingende Erziehungspartnerschaft bildet.

Die katholische Kindertagesstätte ist neben der Grundschule eine wichtige Einrichtung in unserem Ort.

Jahrzehntelang wurde sie von Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, die auch das Krankenhaus – später Altenheim – in Wiedelah führten, geleitet. Nachdem sich die Schwestern aus Wiedelah zurückgezogen hatten, wurde das Altenheim in private Hände übergeben. Die katholische Kirchengemeinde Wiedelah übernahm die Trägerschaft für den Kindergarten.

Da die alten Räume in ihrer Ausstattung und Größe nicht mehr den geltenden Bestimmungen entsprachen, mussten Überlegungen zu einem Neubau gestellt werden.

Im März 1991 war es dann soweit:

Der neue Kindergarten konnte bezogen werden.

In Anlehnung an das Altenheim St. Josefstift wurde auch der Kindergarten unter den Schutz des Heiligen Josef gestellt und erhielt den Namen

Kindergarten St. Josef.

Der Außenbereich des Kindergartens wurde dank der Initiative von Herrn und Frau Bienert und dem besonderen Einsatz von Herrn Engler mit Hilfe des BGS aus Goslar zu einem sehr schönen und pädagogisch wertvollen Spielplatz ausgebaut.

Im August 2025 wurde der Anbau einer Krippengruppe erfolgreich fertiggestellt. Die neuen Räumlichkeiten umfassen unter anderem einen großzügigen Schlafraum sowie einen Bewegungsraum, der allen Kindern zur Verfügung steht. Zudem wurde eine moderne Küche integriert, die den aktuellen Anforderungen entspricht.

Auch im Bestandsgebäude wurden umfassende Umbaumaßnahmen umgesetzt.

Dazu zählen ein neuer Personalraum, ein modernes Büro sowie weitere funktionale Anpassungen, die den pädagogischen Alltag unterstützen und die Arbeitsbedingungen für das Team verbessern.

Ein besonderes Highlight ist die Neugestaltung des Außengeländes für die Krippe. Es wurde kindgerecht und naturnah angelegt, um den Bedürfnissen der Jüngsten gerecht zu werden. Vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten fördern die motorische Entwicklung, laden zum Entdecken ein und bieten Raum für gemeinsames Erleben im Freien.

Anschrift:

Kindertagesstätte St. Josef
Amtstraße 1
38690 Goslar / Wiedelah
Tel: 05324 1438
E-Mail: simone.haertel@bistum-hildesheim.net

Träger:

Kath. Kirchengemeinde Liebfrauen
Liebfrauenstraße 9
38667 Bad Harzburg

Pfarrer: Pfarrer Mogge

Öffnungszeiten:

Betreuung Kinder von 1 – 3 Jahre:

  • Montag bis Freitag: 07 – 15 Uhr
  • Vormittagskinder: 08 – 11 Uhr (ohne Mittagessen)
  • Dreivierteltagskinder: 08 – 14 Uhr (mit Mittagessen)
  • Frühdienst: 07 – 08 Uhr
  • Spätdienst: 14 – 15 Uhr

 

Betreuung Kinder von 3 – 6 Jahre:

  • Montag bis Freitag: 07 – 16 Uhr
  • Vormittagskinder: 08 – 12 Uhr ( ohne Mittagessen)
  • Dreivierteltagskinder: 08 – 14 Uhr (mit Mittagessen)
  • Ganztagskinder: 08 – 16 Uhr
  • Frühdienst: 07 – 08 Uhr

 

Betreuung Kinder 6 – 10 Jahre:

  • Hortkinder: 12:30 – 16:30 Uhr

(mit Mittagessen)

Zusätzliche Betreuungszeiten in den Ferien müssen gesondert gezahlt werden.

 

Schließzeiten:

  • 3 Wochen in den Sommerferien

  • zwischen Weihnachten und Neujahr

  • drei Studientage

  • Brückentage

Unsere Kindertagesstätte liegt zentral im Ortskern von Wiedelah und ist zugleich von einer naturnahen Umgebung umgeben. Felder, Wiesen und Wälder sind in wenigen Gehminuten erreichbar und bieten vielfältige Möglichkeiten für Naturerfahrungen und Ausflüge. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein öffentlicher Spielplatz sowie die örtliche Grundschule, was eine enge Kooperation und einen sanften Übergang in die Schule ermöglicht.

Das Bestandsgebäude der Kita ist hell, freundlich und kindgerecht gestaltet. Es beherbergt drei Gruppenräume mit jeweils angrenzenden Nebenräumen, in denen unsere Kindergarten- und Hortkinder betreut werden. Die Räume bieten eine anregende Umgebung für Spiel, Lernen und gemeinschaftliches Miteinander.

Ein neu errichteter Anbau erweitert unsere pädagogischen Möglichkeiten: Hier befinden sich moderne Räumlichkeiten für eine Krippengruppe, bestehend aus einem Gruppenraum und einem separaten Schlafraum. Zusätzlich wurde ein großzügiger Bewegungsraum geschaffen, der allen Kindern zur Verfügung steht und vielfältige Bewegungsangebote ermöglicht.

Die weitläufige Außenanlage lädt zum Spielen, Toben und Entdecken ein. Sie bietet abwechslungsreiche Bewegungs- und Erfahrungsräume, die den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder unterstützen und zur ganzheitlichen Entwicklung beitragen.

  • Eine Krippengruppe
  • Zwei Kindergartengruppen
  • Eine kleine Hortgruppe

Wir nehmen Kinder im Alter von einem Jahr bis Ende Grundschulalter auf. Ausschlaggebend sind die Aufnahmekriterien der Stadt Goslar.

Frühstück:

Die Mitarbeiterinnen der Kita bereiten das täglich wechselnde und ernährungsbewusste Frühstück für die Kinder vor. Dazu gehören Cerealien mit Milch und Jogurt, Käse, Wurst und Eier, sowie verschiedene Backwaren. Außerdem bieten wir reichhaltig Obst und Gemüse an, welches mit Unterstützung der Kinder appetitlich und mundgerecht zubereitet wird.

Verschiedene Getränke stehen den Kindern ganztägig zur Verfügung.

Das Frühstück findet gleitend oder gemeinsam statt. Es beginnt gegen 8:30 Uhr mit einem Gebet oder Lied. Wir frühstücken immer an einem schön gedeckten Tisch.

Mittagessen:

Unser gemeinschaftliches Mittagessen der Krippenkinder beginnt um 11:00 Uhr die Kindergartenkinder essen um 12. 00 Uhr und die Hortkinder nehmen das Mittagessen um 13.00 Uhr ein. Unser Caterer ist derzeit die Stadtküche Wernigerode. Der Essensplan wird wöchentlich zentral ausgehängt.

Wir bitten generell darum, dass die Kinder bei Krankheit telefonisch entschuldigt werden. Nach dem Gesetz (IfSG § 6 meldepflichtige Krankheiten) müssen alle dort aufgeführten Krankheiten SOFORT den Mitarbeitern gemeldet werden. Außerdem sind Kopfläuse, Flohbefall und Krätze unverzüglich den Pädagogen mitzuteilen. Kinder dürfen die Kindertagesstätte erst wieder besuchen, wenn eine schriftliche Gesundschreibung des behandelnden Arztes vorliegt bzw. bei Kopfläusen das Kind nachweislich behandelt wurde. Bei allen anderen Krankheiten gelten unsere Hausregeln, die öffentlich aushängen.

Das Team stellt sich vor.

In jeder Gruppe gibt es mindestens zwei feste Bezugspersonen. Wir nehmen gern Praktikanten und Auszubildende in verschiedenen Stufen auf. Die kleine Hortgruppe wird von zwei Fachkräften betreut.

Unsere Räumlichkeiten werden täglich von einer Reinigungsfirma gereinigt. Des Weiteren steht uns eine Küchenkraft zur Seite und ein Hausmeister unterstützt bei der Grundstückspflege und kleinen Reparaturen.

Regelmäßig treffen wir uns als Team um gemeinsam Termine und Organisatorisches zu planen und Problemlösungen zu entwickeln. So gewährleisten wir eine förderliche pädagogische Arbeit und unsere Teamarbeit festigt sich.

Wir reflektieren unsere pädagogische Arbeit um die daraus erworbenen Erfahrungen und Erkenntnisse in zukünftige Arbeit einfließen zu lassen.

Es gibt in Deutschland derzeit unterschiedliche Modelle der Eingewöhnung. Das älteste und verbreitetste Konzept ist das von Laewen, Andres & Hédérvari-Heller (2011) vom Infans-Institut in den 1980er-Jahren entwickelte Berliner Eingewöhnungsmodell, welches auf Erkenntnissen der Bindungs- und Hirnforschung basiert. Es geht davon aus, dass die Begleitung des Kindes in der Tagespflege, Krippe oder Kita durch die Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen in der ersten Zeit Voraussetzung dafür sind, dass es eine sichere Bindung zu einer ihm bis dahin unbekannten Betreuungsperson aufbauen kann. Diese wird als Bedingung für gelingende Bildungs- und Entwicklungsprozesse gesehen.

Das Berliner Eingewöhnungsmodell zeichnet sich durch fünf Schritte aus.

In Schritt 1 erfolgt eine frühzeitige Information der Eltern darüber, dass ihre Beteiligung am Eingewöhnungsprozess erwartet und wie dieser gestaltet werden wird.

Schritt 2 besteht aus einer dreitägigen Grundphase, in welcher ein Elternteil das Kind in die Kita begleitet und dort circa ein bis zwei Stunden bleibt. Die Mutter beziehungsweise der Vater sollte das Kind aufmerksam beobachten und signalisieren, dass sie oder er ihm als „sicherer Hafen“ zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollte sich der begleitende Elternteil aber möglichst passiv verhalten, um dem Kind Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit der Erzieherin zu geben.

Im 3. Schritt erfolgen ein erster Trennungsversuch sowie eine Entscheidung über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Am vierten Tag – beziehungsweise wenn dies ein Montag ist, am fünften Tag – wird ein erster Trennungsversuch durchgeführt. Lässt sich das Kind bei der Trennung des Elternteils beruhigen,

so kann die Trennungsphase auf maximal 30 Minuten ausgedehnt werden. Lässt sich das Kind hingegen nicht in kurzer Zeit beruhigen, kehrt die begleitende Bezugsperson nach zwei bis drei Minuten wieder zurück. In diesem Fall sollte mit einem weiteren Trennungsversuch bis zur zweiten Woche gewartet werden. Es ist eine längere Eingewöhnungszeit von zwei bis drei Wochen erforderlich.

Schritt 4 beinhaltet die Stabilisierungsphase: Unter Beachtung der Reaktionen des Kindes wird der Zeitraum, in dem das Kind alleine mit der einzugewöhnenden Fachkraft bleibt, immer mehr ausgedehnt.

In Schritt 5, der Schlussphase, hält sich der Elternteil nicht mehr gemeinsam mit seinem Kind in der Kita auf, ist aber noch jederzeit erreichbar. Abgeschlossen gilt die Eingewöhnung dann, wenn es die Fachkraft als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt.

Allgemein gilt Margarete Schörl als „Erfinderin“ des Raumteilverfahrens, als eine sozialpädagogische Methode der Spielführung. Darunter ist die Aufteilung des Gruppenraumes in einzelne Spielbereiche zu verstehen, denen jeweils das entsprechende Material zugeordnet ist:

„Viele Beobachtungen in Kindergärten haben gezeigt, dass die Aufteilung des Gruppenraums in einzelne Spielbereiche die Bildung von Kleingruppen begünstigt,

Alleinsein oder Zusammensein ermöglicht und zum Tätigsein oder zuschauenden Verweilen motiviert. In der Wahl des jeweiligen Spielbereichs, der eventuellen Spielpartner und des betreffenden Spielmaterials entwickeln die Kinder eine ihnen gemäße Eigenständigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortlichkeit.“

Pädagogische Konzeption

Wir sind eine katholische Kindertagesstätte und die religiöse Erziehung mit ihren Werte- u. Normvorstellungen ist die Basis für unser pädagogisches Handeln. Die Lernbereiche des Nds. Bildungs- u. Orientierungsplans sind Grundlagen unserer Arbeit.

Unser Bild vom Kind:

  • Jedes Kind ist einzigartig.

  • Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit.

  • Jedes Kind wird so angenommen, wie es ist.

  • Jedes Kind bekommt die Zeit, die es braucht.

  • Jedes Kind wird ernst genommen.

  • Jedes Kind hat das Recht auf Liebe, Zuneigung, Schutz, Geborgenheit und Bildung.

Unser Jahresablauf wird durch das Kirchenjahr bestimmt:

  • Ernte-Dank-Fest

  • St. Martin

  • Heiliger Nikolaus

  • Weihnachten

  • Heilige Drei Könige

  • Fasching

  • Aschermittwoch – Fastenzeit

  • St. Josef – Namenstag

  • Ostern

  • Fronleichnam

  • Pfingsten

  • Sommerfest

Das erste kirchliche Fest im Kitajahr ist das Ernte-Dank- Fest: „Vom Samenkorn zur Ernte!“ Auch andere Themengebiete wie „vom Mehl zum Brot“, „vom Samenkorn zur Sonnenblume“ sind enthalten.

Zum Abschluss gestalten wir einen Altar mit den mitgebrachten Obst- u. Gemüsegaben. Aus den Erntegaben bereiten wir Gemüsesuppe oder Obstsalat vor und wir backen leckeres Brot. Wir feiern einen Ernte-Dank-Gottesdienst.

In ähnlicher Form gestalten wir unsere weiteren kirchlichen Feste.

Die religiöse Erziehung ist nicht gesondert zu sehen, sondern wird im täglichen Leben mit den Kindern praktiziert. Die christliche Erziehung ist lebensnah und bietet den Kindern die Möglichkeit mit allen Sinnen den Glauben zu erfahren. Hilfreich für uns ist in dieser Beziehung das religions-pädagogische Konzept nach Franz Kett, das vielfältige Angebote bereithält, um den ganzheitlichen Weg mit den Kindern zu gehen und zu erleben. Auch für uns ergeben sich daraus immer neue Gesichtspunkte unserer Arbeit.

Situationsorientierter Ansatz:

Dieser Ansatz geht davon aus, dass die aktuellen Ausdrucksformen der Kinder (Spielverhalten, Sozialverhalten, Malen, Sprechen, Bewegungen u. Träume) aus zurückliegenden Ereignissen, Erfahrungen und Eindrücken resultieren. Deshalb entwickeln Kinder emotional-soziale Kompetenzen am besten, indem sie individuelle Erlebnisse und Erfahrungen verarbeiten und verstehen. Erzieher orientieren sich an den Themen und der Lebenswirklichkeit der Kinder.

Lernbereiche (nach dem Nds. Orientierungsplan)

Alter 1-3 Jahre:

In den ersten Lebensjahren werden die Grundlagen für die gesamte weitere Entwicklung eines Kindes gelegt. Die Krippe ist ein bedeutender Bildungsort, an dem Kinder in einer liebevollen, sicheren und anregenden Umgebung ihre Welt entdecken und gestalten können. Unser pädagogisches Konzept orientiert sich am Niedersächsischen Bildungs- und Erziehungsplan und berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse von Kindern unter drei Jahren.

Wir verstehen Bildung als einen aktiven, ganzheitlichen Prozess, der in sozialen Beziehungen stattfindet. Jedes Kind bringt individuelle Erfahrungen, Interessen und Kompetenzen mit, die wir wertschätzen und in unsere pädagogische Arbeit einbeziehen. Unser Ziel ist es, die Kinder in ihrer emotionalen, sozialen, körperlichen, sprachlichen, kognitiven und kreativen Entwicklung zu begleiten und zu fördern.

Dabei sehen wir uns als verlässliche Bezugspersonen, die den Kindern Sicherheit geben, ihre Selbstständigkeit stärken und ihnen vielfältige Lern- und Erfahrungsräume eröffnen. Die Bildungsbereiche des niedersächsischen Plans dienen uns als Leitfaden, um die kindliche Entwicklung ganzheitlich und individuell zu unterstützen.

  • Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
  • Körper, Bewegung und Gesundheit
  • Sprache und Sprechen
  • Denken – Mathematik, Naturwissenschaft und Technik
  • Ästhetische Bildung
  • Lebenspraktische Kompetenzen

In der Krippe legen wir großen Wert auf die emotionale Sicherheit der Kinder. Durch verlässliche Beziehungen zu den pädagogischen Fachkräften erleben die Kinder Geborgenheit und Vertrauen. Sie lernen, eigene Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und erste soziale Regeln im Miteinander zu verstehen. Rituale, feinfühlige Begleitung und ein achtsamer Umgang fördern die Entwicklung von Empathie und sozialer Kompetenz.

Bewegung ist ein zentrales Ausdrucksmittel kleiner Kinder. In unserer Einrichtung schaffen wir vielfältige Bewegungsanreize – drinnen wie draußen. Die Kinder dürfen krabbeln, klettern, balancieren und rennen. Dabei stärken sie ihre motorischen Fähigkeiten, ihr Körperbewusstsein und ihre Gesundheit. Wir achten auf eine ausgewogene Ernährung und fördern ein gesundes Körpergefühl durch Pflegehandlungen, die als Bildungsgelegenheiten verstanden werden.

Sprache ist der Schlüssel zur Welt. In der Krippe begleiten wir die Kinder sprachlich durch den Alltag, benennen Handlungen, Gefühle und Gegenstände und regen zum Nachahmen an. Durch Lieder, Reime, Bücher und Gespräche fördern wir die Sprachentwicklung spielerisch und individuell. Jedes Kind wird in seinem sprachlichen Entwicklungsstand abgeholt und unterstützt.

Schon die Jüngsten entdecken neugierig ihre Umwelt. Wir bieten ihnen Materialien zum Sortieren, Stapeln, Vergleichen und Experimentieren. So entwickeln sie erste mathematische und naturwissenschaftliche Grundkompetenzen. Durch das Beobachten von Naturphänomenen und das Erkunden von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen fördern wir das forschende Lernen.

Kinder unter drei Jahren drücken sich gerne kreativ aus – mit Farben, Klängen, Bewegungen und Materialien. In unserer Krippe schaffen wir Räume für freies Gestalten, Musizieren und Tanzen. Dabei steht nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Vordergrund. Die Kinder erleben sich als schöpferisch und entwickeln ein Gefühl für Formen, Farben und Rhythmen.

Im Alltag der Krippe lernen Kinder durch aktives Tun. Sie helfen beim Tischdecken, ziehen sich mit Unterstützung an und aus oder waschen sich die Hände. Diese alltäglichen Handlungen fördern Selbstständigkeit, Verantwortungsgefühl und Selbstwirksamkeit. Wir begleiten die Kinder dabei geduldig und ermutigend.

Lernbereiche (nach dem Nds. Orientierungsplan)

Alter 3-6 Jahre:

  • Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

  • Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

  • Körper- Bewegung- Gesundheit

  • Sprache und Sprechen

  • Lebenspraktische Kompetenzen

  • Mathematisches Grundverständnis

  • Ästhetische Bildung

  • Natur und Lebenswelt

  • Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

Kinder entwickeln im Kontakt untereinander und mit Bezugspersonen Fähigkeiten, sich als Person zu erleben, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Ebenso erlernen sie im Umgang untereinander soziale Verhaltensweisen und die Fähigkeit, ihre Beziehungen zu anderen Menschen kompetent zu gestalten. In unserer Tageseinrichtung vermitteln enge Beziehungen zu den erwachsenen Bezugspersonen und zu anderen Kindern Sicherheit. Das Kind erfährt hierdurch verlässliche Bindungen: „Ich bin willkommen, ich bin wichtig, ich wirke und kann etwas bewirken.“

In den ersten Lebensjahren bilden Kinder ihre Denk- u. Merkfähigkeiten aus, indem sie Erfahrungen auf der Grundlage sinnlicher Wahrnehmungen machen und daraus mittels der Sprache oder auf andere Weise ihr Bild von der Welt ordnen.

Das geschieht beim Spiel und bei allen weiteren Formen handelnder Auseinandersetzung mit Menschen und Dingen. Kinder erhalten die Möglichkeit,

ihr Gedächtnis zu trainieren durch das Erlernen von Reimen und Liedern, Geschichten erzählen und erfinden.

Bewegung ist das Tor zum Lernen und hat im Zusammenspiel mit der Wahrnehmung eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung. In unserem Wochenplan gibt es einen Bewegungstag mit gezielter Förderung: Klettern, werfen, rollen, balancieren, kriechen, hüpfen…

In der Freispielphase geben wir Kindern die Möglichkeit die Flure und den Bewegungsraum eigenständig für ihren Bewegungsdrang zu nutzen.

Weiterhin motiviert unser großflächiges Außengelände zum Spielen und Herumtollen. Regelmäßige Spaziergänge werden

für unterschiedliche Bewegungsformen genutzt.

Die gesprochene Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmedium. Das Kind verfügt nach der Geburt nicht über eine ausgebildete Sprache, sondern erwirbt diese durch Kommunikation mit seinen ersten Bezugspersonen. Sprechen lernen ist eine der wichtigsten Lernleistung kleiner Kinder.

Bei uns ist Sprache alltagsintegriert, so fördern wir das Sprechen ganzheitlich und auf spielerische Weise. Wir reimen, singen, betrachten Bilderbücher, lesen vor und spielen Fingerspiele. Im Stuhlkreis erzählen die Kinder von ihren Erlebnissen und wir besprechen neue Projekte, sowie das Tagesgeschehen. Das Sprachbild der pädagogischen Fachkräfte ist hierbei Vorbild für die Kinder. Für die Vorschulkinder findet Sprachbildung und Sprachförderung regelmäßig in Gruppenarbeit statt.

Kinder haben ein großes Bedürfnis, sich an den Tätigkeiten der sie umgebenen Personen zu orientieren. Oft verhindern Überfürsorglichkeit, mangelnde Zeit oder Ungeduld von Erwachsenen diese von Kindern selbst initiierten und damit als besonders befriedigend empfundenen Kompetenzerfahrungen.

Umgekehrt wirken sich Lob und Bestätigung bei der Bewältigung eines selbst gesetzten Ziels besonders positiv aus. Deshalb ist es für uns eine wichtige Aufgabe dieses starke, den Kindern offenbar mitgegebene Nachahmungsstreben zu fördern. Bei uns werden die Kinder beim Gemüse schneiden und Tisch decken gern einbezogen. Eigenes Ankleiden, Schuhe anziehen, Hände und Gesicht waschen, Toilettengänge… fördern die Selbstständigkeit der Kinder. Kleinere Aufträge im Bereich des Kindergartens stärken das Selbst-bewusstsein.

Bereits in den ersten Lebensjahren machen Kinder Erfahrungen in Raum und Zeit. Mit zunehmendem Alter nehmen sie neben verschiedenen Formen und Größen auch Zahlen wahr und erschließen zunehmend deren Bedeutung im Alltag. Wir sortieren mit unseren Kindern verschiedene Formen und Materialien, fädeln bunte Perlen auf. Kenntnisse über Wochen- und Monatszeiten vermitteln wir täglich anhand von Jahreskalendern. Im Tagesablauf führen wir oft unterschiedliche, angemessene Zählübungen und Bewegungsspiele durch. Auch Karten- u. Rechenspiele, sowie Puzzle sind beliebte Anregungen für die Kinder.

Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt ein Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen Kontakt mit seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne. Der eigene Körper wird erprobt und vom Kind als besonderes Ausdruckmittel in Musik, Tanz, Pantomime und Theater erlebt. Durch gemeinsames Musizieren oder singen stellen wir Gemeinsamkeiten her und unterstreichen besondere Rituale im Tages- oder Wochenlauf. Kein Tag vergeht ohne Erklingen von Liedern und musikalischen Klängen. Auch gestalten Kinder ihre eigenen Bilder und Figuren o. ä. mit selbst ausgewählten Materialien.

Die Begegnung mit der Natur und Erkundungen im Umfeld unserer Tageseinrichtung erweitern und bereichern den Erfahrungsschatz der Kinder. Durch die Nähe zum Wald können die Kinder die Natur unmittelbar erleben und erfahren. Die Kinder lernen ihre Umwelt, die Natur und die Tiere zu achten und als Geschöpfe Gottes zu sehen. Wir wollen Liebe zur Natur und Bewunderung der Natur vermitteln, denn „was man liebt wird man auch schützen“! Die jahreszeitlichen Veränderungen in der Natur können wahrgenommen werden. Naturphänomene (Regenbogen, Blitz, Donner…) werden beobachtet und hinterfragt. Die Kinder haben ausreichend Gelegenheit mit Sand und Wasser zu experimentieren. In unserem Umfeld lernen sie Pflanzen und Bäume spielerisch kennen.

Für ein besonderes Projekt haben wir Hochbeete angeschafft, die jedes Jahr mit den Kindern neu bepflanzt, gepflegt und geerntet werden.

Lernbereiche (nach dem Nds. Orientierungsplan)

Alter 6-10 Jahre

Unser Hort versteht sich als eine familienunterstützende und -ergänzende Einrichtung mit dem Auftrag, Kinder in ihrer Entwicklung ganzheitlich zu begleiten. Im Mittelpunkt stehen die Betreuung, Bildung und Erziehung der Schulkinder in einem verlässlichen und wertschätzenden Umfeld.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Begleitung und Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben. Dabei fördern wir das selbstständige Arbeiten, indem wir den Kindern Impulse zur Informationsbeschaffung sowie zur Strukturierung ihrer Aufgaben geben. Die Hausaufgabenzeit ist auf maximal 45 Minuten begrenzt, um eine ausgewogene Balance zwischen schulischen Anforderungen und Freizeit zu gewährleisten.

Neben der schulischen Förderung bieten wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Bewegung, Entspannung und kreativen Freizeitgestaltung. Sie können aus einem breiten Angebot wählen, das unter anderem Fantasiegeschichten, kreative Bastelangebote, Gruppen- und Gesellschaftsspiele, Aktivitäten im Freien sowie gemeinsames Kochen und Backen umfasst. Diese Angebote dienen dem Ausgleich zum Schulalltag und fördern soziale, emotionale und kreative Kompetenzen.

In den Ferien gestalten wir abwechslungsreiche Wochenpläne mit besonderen Höhepunkten, um den Kindern spannende und erlebnisreiche Tage zu ermöglichen. Ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern ist uns ebenso wichtig wie die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schule, die wir als wertvolle Grundlage für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft verstehen.

Kooperation mit anderen Institutionen

Grundschule Wiedelah/Vienenburg:

Die Schule lädt die Vorschulkinder zu abwechselnden Aktivitäten und Unterrichtsstunden mit den Klassen 1-2 ein. So lernen die Kinder Lehrkräfte und Schule kennen. Auch zu Festen werden unsere Vorschulkinder eingeladen.

  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Rettungsdienst
  • Zahnarzt/Zahnprophylaxe
  • Kreismusikschule

  • Teilnahme am Dorfleben (Singen für die Senioren, Weihnachtsmarkt, Müllsammelaktion)

  • Yoga

  • Vorschulkinder lernen die Bücherei kennen (Projekt)

  • Haus am Harly (Kinder besuchen die Senioren und es finden gemeinsame Aktivitäten statt)

  • Kinder erkunden die Kirche

  • Frühförderung
  • Logopädie
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Jugendamt
  • Gesundheitsamt
  • Fachschulen (Ausbildungsinstitutionen)

Unser sexualpädagogisches Konzept

„Komm, wir spielen Doktor!“

Jedes Kind ist von Geburt an ein Wesen mit eigenen sexuellen Wünschen und Bedürfnissen. Aufklärung und Sexualerziehung gehören zu den Bildungsthemen einer Kindertagesstätte.

Sexualität ist ein grundsätzlich menschliches Bedürfnis, das uns von Geburt an begleitet. Sie äußert sich in dem Wunsch nach körperlich-seelischer Lust, Wohlbefinden, Zärtlichkeit und zielt auf Erregung und Befriedigung ab. Sexualität ist auf kein bestimmtes Lebensalter begrenzt, sondern eine Lebensenergie, die den Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitet.“

(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Die kindliche Sexualität unterscheidet sich von der Sexualität Erwachsener, bei der das geschlechtliche Verlangen (Libido), der Geschlechtsakt oder die Geschlechtskraft (Potenz) im Vordergrund stehen.

  • Ist spontan, frei, lebt im Moment
  • Zeichnet sich durch Neugier und Ausprobieren aus (Doktorspiele und andere Rollenspiele, Tobe Spiele, Wettspiele, Vergleichen)
  • Zeigt sich in kindlichen Formen der Selbstbefriedigung (Reiben an Möbeln, Stimulation an Kuscheltieren, Kitzeln, Massieren)
  • Äußert sich im Spiel, wird nicht als sexuelles Tun wahrgenommen
  • Das Gefühl sexuellen Begehrens ist dem Kind fremd
  • Wunsch nach Geborgenheit, Nähe, Zuwendung und Körperkontakt
  • Ist auf sich selbst (nicht auf andere) bezogen
  • Wird ganzheitlich und ganzkörperlich erlebt
  • Äußert sich im Wissendrang („Warum“ Fragen)
  • Den eigenen Körper und seine Entwicklung kennen zu lernen und bewusst wahr zu nehmen
  • Wichtige Körperteile und Organe kennen und benennen zu lernen
  • Ihrem Wunsch nach Nähe und Zuwendung nachzukommen
  • Antworten auf ihre Fragen zu erhalten
  • Die Neugierde am eigenen Körper zu befriedigen
  • In Erfahrung zu bringen, was für den Körper gesund ist (Ernährung, Pflege)
  • Ein gutes Körpergefühl zu entwickeln (den Körper mit allen Sinnen erleben)

In unseren Spiel- und Kuschelecken ist es den Kindern erlaubt, ihren frühkindlichen sexuellen Bedürfnissen nachzugehen (gegenseitiges Betrachten, Berühren, sich streicheln, miteinander kuscheln). „Vater – Mutter – Kind“, „Ein Baby kommt“, wichtige Situationen nachspielen und verinnerlichen. Im Sommer ziehen wir Badekleidung an um an heißen Tagen zu planschen und andere Wasserspiele zu genießen. Wir beantworten nach Möglichkeit den Wissensdrang der

Kinder nach Körperteilen. Die Frage „Woher die kleinen Kinder kommen“ wird kindgemäß erklärt.

Gut ausgewählte oder empfohlene Bilderbücher unterstützen unsere Bemühungen nach kindgerechten Antworten. Unsere Kinder dürfen gemeinsam zur Toilette gehen. Wichtig ist für uns, die Kinder im Blick zu haben, Situationen zu beobachten, einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Insbesondere dann, wenn das kindliche Spiel nicht einvernehmlich oder erkennbar ist, dass nicht jedes Kind „Spaß an der Sache“ hat.

    • Spielende Kinder sollen gleichaltrig sein
    • Kinder beteiligen sich freiwillig
    • Keine Ausübung körperlicher Gewalt
    • Keine emotionale und körperliche Überlegenheit
    • Keine Drohgebärden
    • Keine verbalen Attacken (obszöne Worte)
    • Intimsphäre beim Wickeln beachten
    • Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis aller Mitarbeiter, Auszubildenden, Praktikanten

    Egal, ob wir Situationen wahrnehmen oder darüber informiert werden (von Betroffenen oder von anderen Kindern):

  1. Das betroffene Kind wird sofort in Schutz genommen:

Es wird getröstet.

Ihm wird versichert, dass es nichts falsch gemacht hat.

Wir teilen ihm mit, dass wir uns bemühen, dass so etwas nicht mehr geschieht.

  1. Das übergriffige Kind wird mit seinem Verhalten konfrontiert:

Das Verhalten wird verboten.

Eventuell kann ein Spielverbot in besonderen Bereichen ausgesprochen werden.

Das Kind darf unter Umständen die Toilette nicht mehr allein aufsuchen.

Das Kind wird verstärkt beobachtet.

Die Würde des übergriffigen Kindes wird gewahrt (keine Bestrafung).

Wichtig:

Alle Maßnahmen werden von Pädagogen entschieden und nicht von Eltern betroffener Kinder!

  1. Gespräch mit den Eltern der beteiligten Kinder:

Informationen über das Vorgefallene, nichts unter den „Teppich kehren“

Gegebenenfalls Fachberatung zu dem Gespräch bitten

Hilfestellungen an Eltern geben (Empfehlung an Institutionen oder Fachberater).

  1. Mit anderen Kindern (Bezugsgruppe, Morgenkreis) den Vorfall besprechen, Regeln absprechen (Hilfe holen).

Nein!“ sagen lernen.

  1. Wir informieren den Träger.
  1. Wir informieren in besonderen Fällen das Jugendamt.

Für Kinder sind Elternhaus und Kindertagesstätte Orte des Vertrauens und des Wohlfühlens. Um sie nicht in innerpsychische Konfliktsituationen geraten zu lassen, sollten sie zu Hause nicht bestraft werden für ein Verhalten, das in der Kindertagesstätte erlaubt ist.

Gerade in diesem Punkt wünschen wir uns mit Ihnen einen offenen Umgang und klärende Gespräche. Was „normal“ ist, kann letztendlich nicht beantwortet werden. Auf die psychosexuelle Entwicklung wirken ganz unterschiedliche gesellschaftliche, soziale und kulturelle Einflüsse ein.

Leitfaden Kindeswohl

Oberstes Ziel in unserer Kindertagesstätte ist, dass es allen uns anvertrauten Kindern gut geht. Gesetzlich sind wir dazu sogar verpflichtet, für das Wohl eines Kindes zu sorgen.

In einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem Caritas Verband, der Katholischen Kirche Liebfrauen in Bad Harzburg als Träger für die Kindertagesstätte „St. Josef“ in Wiedelah haben die pädagogischen Fachkräfte nach §8a Abs. 2 des Kinder- u. Jugendhilfegesetzes einen Schutzauftrag, jeglicher Kindeswohlgefährdung entgegen zu wirken.

Bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung ist das Gefährdungsrisiko im Team mit der Leitung abzuschätzen und gegebenenfalls mit einer „erfahrenen Fachkraft“ (Sozialpädagoge, Integrationshelfer, Mitarbeiter des zuständigen Jugendamtes) einzuschätzen.

Bei einer akuten Kindeswohlgefährdung ist das zuständige Jugendamt sofort zu verständigen.

Bei anderweitigen Gefährdungen sind unverzüglich Gespräche mit sorgeberechtigten Personen (in der Regel mit den Eltern) zu führen und eventuelle Hilfen aufzuzeigen (diagnostische Verfahren, Erziehungsberatung, Integrationshilfe usw.) oder auf Inanspruchnahme hinzuweisen.

Kinderrechte

Kinder sollen ihre Rechte kennen:

Wenn Kinder lernen sollen, ihre Rechte zu gebrauchen, müssen sie diese auch frühzeitig kennen lernen.

Wir vermitteln unseren Kindern im Lebensalltag beispielhaft am eigenen Verhalten, wie ihre Rechte ernst und wahrgenommen werden. Die Kinder sollen lernen und erleben, wie ihre Rechte umgesetzt werden, in dem man gemeinschaftlich Handlungsstrategien entwickelt, so dass sich alle Kinder wohlfühlen.

Erst indem Kinder erleben, dass ihre Rechte ernst genommen werden, können sie diese in ihrer Bedeutung ermessen. Dann sind sie auch am ehesten bereit, die Kinderrechte als Maßgabe für ihr eigenes Verhalten anderen Kindern und Erwachsenen gegenüber anzuerkennen.

Kinder erleben auch, wie sich Erzieherinnen, Eltern und andere Erwachsene für ihre Rechte stark machen. Das stärkt ihr Bewusstsein, etwas wert und für die Menschen um sie her wichtig zu sein.

Partizipation und Beschwerdemanagement

Partizipation bezeichnet grundsätzlich verschiedene Formen von Beteiligung, Teilhabe bzw. Mitbestimmung. Partizipation in Kindertageseinrichtungen ist die ernstgemeinte, altersgemäße Beteiligung der Kinder am Einrichtungsleben im Rahmen ihrer Erziehung und Bildung. Grundvoraussetzung für eine gelingende Partizipation ist eine positive Grundhaltung der ErzieherInnen. Die Kinder müssen als Gesprächspartner wahr – und ernst genommen werden, ohne dass die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern verwischt werden. Partizipation kann ebenso in der Zusammenarbeit mit den Eltern oder im Team praktiziert werden.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Kinder und deren Eltern entsprechend ihrer Möglichkeiten aktiv in Diskussions- und Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Je nach Inhalt und Entwicklungsstand können sie: selbst bestimmen, mitbestimmen, mitwirken oder werden informiert. ( Bsp. Auswahl des Mittagessens durch die Kinder, das Zur Verfügung stellen von Obst und Gemüse für die Kinder, Ausflugsziele, Projektthemen, Planung und Umsetzung von Festen um nur Einige zu nennen). Die für uns wichtigsten Partizipationsmöglichkeiten sind folgende:

  • Die Kinder haben stets die Möglichkeit, Wünsche und Kritik zu äußern.

  • Die Interessen der Kinder können jederzeit von den Eltern, einem Mitarbeiter oder einer anderen Vertrauensperson vertreten werden.

  • Es finden Rituale statt wie zum Beispiel der Morgenkreis/Mittagskreis bei dem sich Kinder gemeinschaftlich oder auch einzeln zu Wort melden und sich äußern können.

  • Entscheidungsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein, Empathie
  • Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
  • Problemlösekompetenz

Partizipation hat da ihre Grenze, wo das psychische und/oder physische Wohl der Kinder und Erzieherinnen gefährdet ist und wo es zu einer Überforderung der Kinder und der Erzieherinnen kommt. Die Partizipation wird in unserem Kindergarten selbstverständlich gelebt und gehört zum Alltag.